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Das „Steinfurter Wochenblatt zum Nutzen und zur Unterhaltung“ bildet die Keimzelle des heutigen „Steinfurter Kreisblattes“. Es war der Verleger August Friedrich Denhardt, der die erste Ausgabe im Jahre 1832 herausgab. Es zählt damit zu den ältesten, bis auf den heutigen Tag erscheinenden Zeitungen des Münster-landes. Wie der Name schon sagt, handelte es sich dabei um ein zeittypisches Unterhaltungsblatt.

Das Steinfurter Kreisblatt gehört zu den ältesten Zeitungen des Münsterlandes.

Über 175 Jahre Zeitungsgeschichte

Ab Mitte 1834 nennt sich die Zeitung "Wochenblatt der Kreise Steinfurt und Tecklenburg, zum Nutzen und zur Unterhaltung". Zu diesem Zeitpunkt hat Denhardts Sohn Emil bereits Druckerei und Verlag übernommen, Wohnhaus und Firmensitz befinden sich in der Burgstraße. Bis zum Ausbruch der Revolution bleibt das Blatt völlig unpolitisch, dieses ändert sich jedoch nach den Märzereignissen. Das politische Geschehen rückt nun in den Mittelpunkt.

Im Jahre 1873 veräußert Denhardt das Blatt an den in Steinfurt eine lithographische Anstalt leitenden Heinrich Winter. Ende 1886 erfolgt die durch den Staat verliehene Auszeichnung als "Amtliches Kreisblatt" und stärkt das sich gut entwickelnde Blatt als Verbreiter amtlicher Nachrichten. Heinrich Winter überträgt die Geschäfte an seinen Sohn Friedrich Winter im Jahre 1893.

Otto Kraus übernimmt 1900 als Geschäftsführer die Zeitung. Er führt die von Winter in die Wege geleiteten Investitionen weiter und kann 1913 die am Wilhelmsplatz gelegenen Räumlichkeiten in Betrieb nehmen. Der ausbrechende Erste Weltkrieg führt zu tiefen Einschnitten, nicht zuletzt, weil die männlichen Mitarbeiter größtenteils einberufen werden. Trotzdem geht es weiter. Im Jahre 1916 erhält das Kreisblatt abermals einen neuen Namen und nennt sich fortan "Steinfurter Kreisblatt – Burgsteinfurter Kreiszeitung".

Ende der 1920er Jahre tritt Heinrich Winters Sohn Friedrich in den Familienbetrieb ein. Auf die prosperierenden Jahre der Weimarer Republik folgt jedoch die Depression der beginnenden 1930er-Jahre. Hitlers Machtübernahme und der Kriegsausbruch 1939 erschweren die Zeitungsproduktion zunehmend,. 1943 stellt das Steinfurter Kreisblatt wie viele andere Heimatzeitungen sein Erscheinen ein. Verleger Friedrich Winter wird mit Kriegsbeginn zur Wehrmacht eingezogen. Während seiner Abwesenheit führt seine Frau Else die Verlagsgeschäfte. Kurz vor Kriegsende wird das Verlagsgebäude bei einem Luftangriff schwer beschädigt.

Bei der Neugestaltung des Pressewesens nach dem Zweiten Weltkrieg spielen die Heimatzeitungen zunächst keine Rolle – die Briten vergeben ihre Lizenzen nur für die in den Großstädten angesiedelten Blätter. Friedrich Winter bleibt nur die Produktion des "Amtlichen Bekanntmachungs- und Anzeigenblattes für den Kreis Steinfurt", das vom Landrat in Absprache mit der britischen Militärregierung beaufsichtigt wird.

Mit der Bemerkung "Das Aushang-Blatt wird ausgeläutet – Es lebe das Steinfurter Kreisblatt" beginnt am 1. November 1949 eine neue, und doch keine wirklich neue Ära. An jenem Tag erscheint erstmals wieder das traditionsreiche Kreisblatt, das sich fortan nicht mehr nur als Ankündiger, sondern vor allem als Berichterstatter und als ein treuer und wahrheitsgemäßer Chronist des heimatlichen Lebens verstand. Im Jahr 1972 übernimmt die Tochter von Friedrich und Else Winter, Elsmarie Brües, die Leitung des Verlages und der Zeitung. Im Jahr 2000 übergibt Elsmarie Brües die Geschäfte an ihren Sohn Dr. Stefan Brües.

Seit 1987 ist das Steinfurter Kreisblatt Partner der Westfälischen Nachrichten in Münster.

Die Druckerei zu Beginn der Ära Winter.

 

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